bestattungen aufbahrung

MEIN PRAKTIKUM IN JAPAN TEIL 1 


Im Bestattungshaus Kyoto-Kouekisha

Herzlich Willkommen!

Etwas mulmig war mir schon in der U-Bahn auf dem Weg zum Hauptbahnhof von Kyoto. Es waren 34 Grad Celsius (im Oktober!) und die Sonne brannte unerbittlich auf meine schwarze „Dienstkleidung“. Das Bestattungshaus „Kyoto-Kouekisha“ ist zentral am Bahnhof von Kyoto gelegen. Makoto Ishii, Direktor des Bestattungshauses Kyoto-Kouekisha, hat sich viel Zeit genommen, um mich als Praktikantin zu begleiten und Einblicke in die japanische Bestattungskultur zu ermöglichen.



Schon auf der Straße vor dem fünfstöckigen Gebäude wurde Ausschau nach mir gehalten. Ein Mitarbeiter kam auf mich zu und nach kurzem Austauschen der Visitenkarten wurde ich in die Empfangshalle geleitet. Bei einem Willkommenskaffee lernte ich den Direktor Herrn Ishii und seinen leitenden Mitarbeiter, Herrn Kato, kennen. Ich überreichte mein Gastgeschenk, einen Fotoband über den Großraum Düsseldorf, eine Packung herbstlich verzierter Pralinen von der Conficerie Heinemann, alles verpackt in einer schönen Stofftasche mit Düsseldorfer Skyline.

Das Bestattungshaus Kyoto-Kouekisha

Kyoto-Kouekisha führt jährlich ca. 6.000 Bestattungen aus und beschäftigt 300 Mitarbeiter. Besitzer des Bestattungshauses ist der Präsident des japanischen Bestatter-Verbandes, Herr Akinori Matsui. Wir tauschten uns gemeinsam über die Arbeitsweise und verschiedene Bereiche der Bestattung aus: Wo liegen die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten von Japan und Deutschland? Was ist den Kunden und uns besonders wichtig? Wie sieht der Arbeitsalltag aus? Der Pressekorrespondent des Hauses dokumentierte dieses eifrig und auch ich machte meine Notizen.

Im Hause Kouekisha wird Wert auf viele Aspekte gelegt, die mir persönlich im Arbeitsalltag wichtig und vertraut sind: Wenn möglich begleitet der Berater die Familie vom Erstgespräch bis zur Bestattung und ist deren ständiger Ansprechpartner. Individuelle Wünsche, soweit vorhanden, werden möglich gemacht und auf besondere Gegebenheiten bei Überführung, Waschung und Trauerfeier wird mit Sorgfalt eingegangen.

Berufsbekleidung

Nach der Mittagspause begann die Hausführung und die Vorstellung der verschiedenen Abteilungen. Wie in Japan üblich tragen die Mitarbeiter Uniformen, je nach ihrem Aufgabenbereich unterschiedlich, was es für den Kunden einfacher macht, den passenden Mitarbeiter für die entsprechende Situation ausfindig zu machen und anzusprechen. Das Überführungspersonal trägt, ähnlich einem Portier eines amerikanischen Luxushotels, eine Uniform mit vielen goldenen Knöpfen. Das für mich ungewöhnlich tropisch anmutende Türkis des Stoffes, verkörperte eine aktive Freundlichkeit. Die Schirmmütze rundet das Bild des Limousinenchauffeurs ab, bei dem man sich gut aufgehoben fühlt. Männliche Angestellte im Innendienst tragen einen dunkelblauen Anzug und eine dezente Krawatte auf weißem Hemd. Die Damen ein entsprechendes Outfit aus Blazer, Bluse, knielangem Rock und Halstuch. Höher gestellte Mitarbeiter kleiden sich in etwas individuelleren Anzügen. Bei der Waschung der Verstorbenen wird zusätzliche Einmal-Schutzkleidung getragen.

Teil 2 und Teil 3 zum weiterlesen.

Im deutschen Fachmagazin „bestattungskultur“ ist der Text in einer leicht abgeänderten Form erschienen. Sie können diesen Beitrag, mit freundlicher Genehmigung der Redaktion, als PDF downloaden.

japan bestattung sarg

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Im Bestattungshaus Kyoto-Kouekisha

Herzlich Willkommen!

Etwas mulmig war mir schon in der U-Bahn auf dem Weg zum Hauptbahnhof von Kyoto. Es waren 34 Grad Celsius (im Oktober!) und die Sonne brannte unerbittlich auf meine schwarze „Dienstkleidung“. Das Bestattungshaus „Kyoto-Kouekisha“ ist zentral am Bahnhof von Kyoto gelegen. Makoto Ishii, Direktor des Bestattungshauses Kyoto-Kouekisha, hat sich viel Zeit genommen, um mich als Praktikantin zu begleiten und Einblicke in die japanische Bestattungskultur zu ermöglichen.



Schon auf der Straße vor dem fünfstöckigen Gebäude wurde Ausschau nach mir gehalten. Ein Mitarbeiter kam auf mich zu und nach kurzem Austauschen der Visitenkarten wurde ich in die Empfangshalle geleitet. Bei einem Willkommenskaffee lernte ich den Direktor Herrn Ishii und seinen leitenden Mitarbeiter, Herrn Kato, kennen. Ich überreichte mein Gastgeschenk, einen Fotoband über den Großraum Düsseldorf, eine Packung herbstlich verzierter Pralinen von der Conficerie Heinemann, alles verpackt in einer schönen Stofftasche mit Düsseldorfer Skyline.

Besuch im Bestattungshaus Kyoto-Kouekisha

Kyoto-Kouekisha führt jährlich ca. 6.000 Bestattungen aus und beschäftigt 300 Mitarbeiter. Besitzer des Bestattungshauses ist der Präsident des japanischen Bestatter-Verbandes, Herr Akinori Matsui. Wir tauschten uns gemeinsam über die Arbeitsweise und verschiedene Bereiche der Bestattung aus: Wo liegen die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten von Japan und Deutschland? Was ist den Kunden und uns besonders wichtig? Wie sieht der Arbeitsalltag aus? Der Pressekorrespondent des Hauses dokumentierte dieses eifrig und auch ich machte meine Notizen.

Im Hause Kouekisha wird Wert auf viele Aspekte gelegt, die mir persönlich im Arbeitsalltag wichtig und vertraut sind: Wenn möglich begleitet der Berater die Familie vom Erstgespräch bis zur Bestattung und ist deren ständiger Ansprechpartner. Individuelle Wünsche, soweit vorhanden, werden möglich gemacht und auf besondere Gegebenheiten bei Überführung, Waschung und Trauerfeier wird mit Sorgfalt eingegangen.

Berufsbekleidung

Nach der Mittagspause begann die Hausführung und die Vorstellung der verschiedenen Abteilungen. Wie in Japan üblich tragen die Mitarbeiter Uniformen, je nach ihrem Aufgabenbereich unterschiedlich, was es für den Kunden einfacher macht, den passenden Mitarbeiter für die entsprechende Situation ausfindig zu machen und anzusprechen. Das Überführungspersonal trägt, ähnlich einem Portier eines amerikanischen Luxushotels, eine Uniform mit vielen goldenen Knöpfen. Das für mich ungewöhnlich tropisch anmutende Türkis des Stoffes, verkörperte eine aktive Freundlichkeit. Die Schirmmütze rundet das Bild des Limousinenchauffeurs ab, bei dem man sich gut aufgehoben fühlt. Männliche Angestellte im Innendienst tragen einen dunkelblauen Anzug und eine dezente Krawatte auf weißem Hemd. Die Damen ein entsprechendes Outfit aus Blazer, Bluse, knielangem Rock und Halstuch. Höher gestellte Mitarbeiter kleiden sich in etwas individuelleren Anzügen. Bei der Waschung der Verstorbenen wird zusätzliche Einmal-Schutzkleidung getragen.

Teil 2 und Teil 3 zum weiterlesen.

Im deutschen Fachmagazin „bestattungskultur“ ist der Text in einer leicht abgeänderten Form erschienen. Sie können diesen Beitrag, mit freundlicher Genehmigung der Redaktion, als PDF downloaden.

 

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