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Urheber Foto: John Facenfield

„ENDLICH“ PODCAST-EMPFEHLUNG

„endlich. Wir reden über den Tod“

I ch persönlich höre sehr gerne Podcasts und möchte Ihnen heute eine Empfehlung aussprechen: „endlich. Wir reden über den Tod“

Podcast

Die Mehrdeutigkeit des Titels hatte mich neugierig gemacht und so hörte ich direkt, die bis zum dortigen Zeitpunkt erschienen 3 Folgen am Stück an. Der Podcast wurde von mir abonniert und über jede neue Folge, die in meinem Podcatcher landet, freue ich mich und sammele durch die Gespräche von Susann und Caroline (+ mit ihren Gästen) neue Erfahrungen.

Tabu

In unserer Gesellschaft wird nicht offen oder häufig über den Tod gesprochen; für manche ist dies sogar ein grundsätzliches Tabu. Wenn der Tod Thema ist, dann aus „aktuellem Anlass“. Dies allein klingt so distanziert, dass ich gar nicht glauben kann, dass über einen nahen Angehörigen oder auch über einen Star, den man mochte, gesprochen wird.

Wie im Wohnzimmer

„endlich“ wird offen und in einer wunderbaren Normalität über die Themen Trauer und Verlust gesprochen. Es fühlt sich an, als säße man mit den beiden Berlinerinnen im Wohnzimmer oder auf der Terrasse beim Kaffee. Die Hörer dürfen bei Gesprächen dabei sein, die sonst so nur im Privaten geschehen. Wie glücklich die Podcasthörer über diese Offenheit sind, spiegeln sie in ihren Rezensionen zurück. Der am häufigsten zu lesende Kommentar ist „danke“, oft sogar „DANKE“.

In guten Zeiten sprechen

Mir persönlich ist es ein Anliegen Menschen dazu zu ermutigen, in guten Zeiten, über dieses Themenspektrum zu sprechen. In jedem Vorsorgegespräch bitte ich die Personen mit dem Rest der Familie ins Gespräch zu kommen und ihre Wünsche und Ansichten weiterzugeben. Angehörige, die einen Verlust erlebt haben und wo der Tod nie Thema war, erleben neben dem normalen Gefühlschaos auch häufig eine große Unsicherheit. Die Angst etwas falsch zu machen und dadurch „Schuld“ auf sich zu laden oder ein Gefühl von „Fremde“, dass man den Partner gar nicht bis ins Detail kannte, sind Situationen die mir öfter zugetragen werden, als man vermuten sollte. Hat man sich zu Lebzeiten nicht mit dem „Danach“ befasst, lassen sich immer Lösungen finden, aber die Gefühlsachterbahn wäre durch ein Gespräch im Vorhinein nicht ausgelöst worden.

Die beiden endlich-Damen

Caroline Kraft und Susann Brückner leben in Berlin und produzieren seit Ende 2017 ihren Podcast. Inzwischen sind bereits 21 Folgen erschienen die im losen Monatsrhytmus erscheinen. Eine Episode dauert zwischen 25 Minuten und 1 Stunde 15 Minuten, je nachdem wie viel die Damen und ihr Gast zum jeweiligen Thema, im Gespräch äußern. Unterteilt ist die Sendung in Gespräche und Gedanken der beiden Berlinerinnen und die Gesprächsrunde mit dem geladenen Gast. Jede Folge hat ein Thema, welches als Ausgangspunkt dient z.B.: Todestage, Kinder und Trauer, oder auch wie sich die Trauer auf den Körper auswirkt.

Warum podcasten?

Warum produzieren die beiden Damen den Podcast und warum lassen sie uns öffentlich daran teilhaben? Die Antwort ist sehr naheliegend. Beide haben bereits Verlusterfahrungen gemacht und festgestellt wie man sich allein mit seiner Trauer fühlt. Auch wie gut es tut, darüber zu sprechen. Nicht oberflächlich zu sprechen, mit jemandem der nur aus Höflichkeit fragt und dann sagt „das wird schon wieder“. Nein, mit Menschen zu sprechen, die sich in die Situation hineinversetzen können oder hin einfühlen wollen. Das bewegt die Menschen.

Mut machen

Die Beiden machen Mut nichts mehr aufzuschieben und nicht nur zu sprechen, sondern im Hier und Jetzt zu leben. Mit der eigenen Trauer umzugehen ist ein langer Weg und daher kommt auch der Begriff „Trauerarbeit“. Ohne aktiv am „Ich“ zu werden, verändert sich nichts. Ein Gespräch mit einem lieben Menschen ist ein guter Anfang. Vielen hilft es auch spazieren zu gehen, z.B. an einem Fluss, welcher die erlebten Gefühle symbolisch davon auf eine Reise tragen kann.

Reden gegen Kummerknoten-Momenten

Susann erzählt ganz wunderbar von „Kummerknoten-Momenten“. Diese wird es immer geben, auch nach langer Zeit. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass es schön ist zu wissen wo und mit wem man sich wohl fühlt, wenn man in so einem Moment feststeckt. Das Leben ist endlich und daher um so wichtiger die eigenen Vorstellungen zu teilen: also, reden wir über den Tod!

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„ENDLICH“ PODCAST-EMPFEHLUNG

„endlich. Wir reden über den Tod“

I ch persönlich höre sehr gerne Podcasts und möchte Ihnen heute eine Empfehlung aussprechen: „endlich. Wir reden über den Tod“

Podcast

Die Mehrdeutigkeit des Titels hatte mich neugierig gemacht und so hörte ich direkt, die bis zum dortigen Zeitpunkt erschienen 3 Folgen am Stück an. Der Podcast wurde von mir abonniert und über jede neue Folge, die in meinem Podcatcher landet, freue ich mich und sammele durch die Gespräche von Susann und Caroline (+ mit ihren Gästen) neue Erfahrungen.

Tabu

In unserer Gesellschaft wird nicht offen oder häufig über den Tod gesprochen; für manche ist dies sogar ein grundsätzliches Tabu. Wenn der Tod Thema ist, dann aus „aktuellem Anlass“. Dies allein klingt so distanziert, dass ich gar nicht glauben kann, dass über einen nahen Angehörigen oder auch über einen Star, den man mochte, gesprochen wird.

Wie im Wohnzimmer

„endlich“ wird offen und in einer wunderbaren Normalität über die Themen Trauer und Verlust gesprochen. Es fühlt sich an, als säße man mit den beiden Berlinerinnen im Wohnzimmer oder auf der Terrasse beim Kaffee. Die Hörer dürfen bei Gesprächen dabei sein, die sonst so nur im Privaten geschehen. Wie glücklich die Podcasthörer über diese Offenheit sind, spiegeln sie in ihren Rezensionen zurück. Der am häufigsten zu lesende Kommentar ist „danke“, oft sogar „DANKE“.

In guten Zeiten sprechen

Mir persönlich ist es ein Anliegen Menschen dazu zu ermutigen, in guten Zeiten, über dieses Themenspektrum zu sprechen. In jedem Vorsorgegespräch bitte ich die Personen mit dem Rest der Familie ins Gespräch zu kommen und ihre Wünsche und Ansichten weiterzugeben. Angehörige, die einen Verlust erlebt haben und wo der Tod nie Thema war, erleben neben dem normalen Gefühlschaos auch häufig eine große Unsicherheit. Die Angst etwas falsch zu machen und dadurch „Schuld“ auf sich zu laden oder ein Gefühl von „Fremde“, dass man den Partner gar nicht bis ins Detail kannte, sind Situationen die mir öfter zugetragen werden, als man vermuten sollte. Hat man sich zu Lebzeiten nicht mit dem „Danach“ befasst, lassen sich immer Lösungen finden, aber die Gefühlsachterbahn wäre durch ein Gespräch im Vorhinein nicht ausgelöst worden.

Die beiden endlich-Damen

Caroline Kraft und Susann Brückner leben in Berlin und produzieren seit Ende 2017 ihren Podcast. Inzwischen sind bereits 21 Folgen erschienen die im losen Monatsrhytmus erscheinen. Eine Episode dauert zwischen 25 Minuten und 1 Stunde 15 Minuten, je nachdem wie viel die Damen und ihr Gast zum jeweiligen Thema, im Gespräch äußern. Unterteilt ist die Sendung in Gespräche und Gedanken der beiden Berlinerinnen und die Gesprächsrunde mit dem geladenen Gast. Jede Folge hat ein Thema, welches als Ausgangspunkt dient z.B.: Todestage, Kinder und Trauer, oder auch wie sich die Trauer auf den Körper auswirkt.

Warum podcasten?

Warum produzieren die beiden Damen den Podcast und warum lassen sie uns öffentlich daran teilhaben? Die Antwort ist sehr naheliegend. Beide haben bereits Verlusterfahrungen gemacht und festgestellt wie man sich allein mit seiner Trauer fühlt. Auch wie gut es tut, darüber zu sprechen. Nicht oberflächlich zu sprechen, mit jemandem der nur aus Höflichkeit fragt und dann sagt „das wird schon wieder“. Nein, mit Menschen zu sprechen, die sich in die Situation hineinversetzen können oder hin einfühlen wollen. Das bewegt die Menschen.

Mut machen

Die Beiden machen Mut nichts mehr aufzuschieben und nicht nur zu sprechen, sondern im Hier und Jetzt zu leben. Mit der eigenen Trauer umzugehen ist ein langer Weg und daher kommt auch der Begriff „Trauerarbeit“. Ohne aktiv am „Ich“ zu werden, verändert sich nichts. Ein Gespräch mit einem lieben Menschen ist ein guter Anfang. Vielen hilft es auch spazieren zu gehen, z.B. an einem Fluss, welcher die erlebten Gefühle symbolisch davon auf eine Reise tragen kann.

Reden gegen Kummerknoten-Momenten

Susann erzählt ganz wunderbar von „Kummerknoten-Momenten“. Diese wird es immer geben, auch nach langer Zeit. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass es schön ist zu wissen wo und mit wem man sich wohl fühlt, wenn man in so einem Moment feststeckt. Das Leben ist endlich und daher um so wichtiger die eigenen Vorstellungen zu teilen: also, reden wir über den Tod!

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