Quelle: Bundesverband Deutschen Bestatter e.V.

Abschied und Trauer in der „Corona-Krise“

Bestattungen im Rhein-Kreis-Neuss, Düsseldorf und Umgebung

Unser Ziel ist es nicht nur eine würdevolle Bestattung für den Verstorbenen auszurichten sondern die Angehörigen auf ihrem Trauerweg zu begleiten und zu unterstützen wo es möglich ist. Die Bevölkerung ist verunsichert durch die neue Viruserkrankung und in ihrem Alltag eingeschränkt, wie es die Wenigsten schon einmal erlebt haben. Kommen dann noch persönliche Krisensituationen hinzu, wie der Tod eines lieben Menschen, ist dies eine schwer zu tragende Belastung.

Dem trauernden Bürger stellen sich viele Fragen über die jetzige Situation. Daher informieren wir Sie hier über aktuelle Veränderungen, Vorgaben und Möglichkeiten.

 

Ist ein Besuch am Sterbebett möglich?
Ja, die meisten Krankenhäuser und Altenheime erlauben den Besuch und Beistand am Sterbebett! Natürlich gibt es Einschränkungen die dem Schutz des Einzelnen dienen, daher empfehlen wir immer ein vorheriges Telefonat mit der Station.

Können wir uns am geöffneten Sarg von unserem Verstorbenen verabschieden?
Die derzeitige Empfehlung sieht von einer Verabschiedung am geöffneten Sarg ab. Unsere Empfehlung ist, sich am Sterbebett zu verabschieden. Nehmen Sie und Ihre Angehörigen sich die Zeit die Sie für diesen Moment benötigen. Es sollten sich zum Zeitpunkt der Verabschiedung möglichst wenig Menschen gemeinsam in einem Raum aufhalten. Ideal wäre, wenn jeder Angehörige einen Moment alleine Abschied nimmt. (hierbei geht es nicht um eine evtl. Infektiosität des Verstorbenen, sondern der einzelnen Angehörigen untereinander.)

Muss jeder Verstorbene Feuerbestattet / Eingeäschert werden?
Nein, es darf weiterhin zwischen einer Erd- und Feuerbestattung gewählt werden!

Kann ein Gottesdienst in der Kirche gefeiert werden?
Ein öffentlicher Gottesdienst mit Teilnahme der Angehörigen und der Gemeinde ist derzeit nicht möglich. Die katholische Kirche bietet aber weiterhin Messlesungen an, in denen für den Verstorbenen gebetet wird.

Kann vor der Beerdigung eine Trauerfeier gehalten werden?
Ja, im engsten Kreis darf der/dem Verstorbenen gedacht werden und eine Zeremonie gehalten werden. Diese findet ausschließlich unter freiem Himmel statt; nicht in einer Friedhofskapelle. Die Angehörigen sollten einen Abstand von ca. 2 m zueinander halten und sich nicht gegenseitig kondolieren (Hände schütteln, umarmen, gemeinsam am Grab verweilen).
—> Wie kann die Trauerfeier unter freiem Himmel gestaltet werden?
Dies unterscheidet sich sehr stark von den einzelnen Kommunen. In Düsseldorf ist es 
 seit dieser Woche nicht mehr möglich eine Dekoration vor der Friedhofskapelle zu 
 gestalten oder Musik zu lauschen. Der Kapellenvorplatz dient lediglich als Treffpunkt. 
 Die Andacht kann nur noch am Grab erfolgen.

Was bedeutet „engster Kreis“ im Zusammenhang mit Trauerfeier und Bestattung?
Mit „engste Kreis“ ist momentan in unserer Region noch keine feste Definition verbunden. In einigen Gemeinden dürfen bereits nur Verwandte 1. Grades diesem Kreis angehören. Die Personenanzahl ist streng auf bis zu 10 Personen festgelegt.

Wird dokumentiert wer eine Trauerfeier und Bestattung besucht hat?
Ja, die Friedhofsverwaltungen (außer Düsseldorf) verlangen/bitten um die Aufzeichnung der Namen inkl. Kontaktdaten der Besucher. Die Listen werden 4 Wochen aufbewahrt und dann vernichtet. Sie dienen dazu eine evtl. Infektionskette nachvollziehen und darüber informieren zu können.

Wie können sich andere Angehörige verabschieden / auf anderem Wege „dabei sein“ oder „trösten“?
Hier zu gibt es keine allgemeingültig Antwort. Jeder Trauernde hat andere Bedürfnisse und jeder Angehörige hat andere Ideen wie er Trost spenden kann.

Einige Ideen:

  • Da die Zahl der Menschen die an der Beerdigung teilnehmen dürfen reglementiert ist, den anderen Angehörigen die Möglichkeit geben einen Abschiedsgruß aufzuschreiben. Die Grüsse werden dann im Vorfeld eingesammelt und können dann von der Familie am Tag der Beisetzung mit ins Grab gegeben werden.
    Ein Gedenkfest an einem besonderen Datum planen z.B. Geburtstag oder erstem Todestag, an dem dann alle eingeladen werden und an das Leben erinnert wird.
  • Telefonieren Sie häufiger und ausgiebiger mit Ihren Lieben.
  • Schreiben Sie Ihre Gefühle auf und investieren Zeit in eine aussagekräftige Kondolenzkarte oder einen persönlichen Brief. Erzählen Sie den Angehörigen von gemeinsamen Erlebnissen mit der/dem Verstorbenen und was Sie an ihr/ihm so geschätzt haben.
  • Senden Sie ein „Ich bin für dich da!“ oder andere passende Nachrichten per Messenger / Whats-App, damit die Trauernden wissen, dass sie sich bei Bedarf an Sie wenden können.
  • Nehmen Sie den Trauernden „Alltagsprobleme“ ab und organisieren einen Einkauf oder andere wichtige Aufgaben, für die die Kraft fehlt.